Erfahrungsbericht: Esspüree getestet!

Übermittelt von User: Montekete

Heute hatten wir ein ganz besonderes Treffen, denn wir folgten einer Einladung zum Verkosten und zur Beurteilung von neuen Produkten für Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden.
Hierbei handelt es sich um ein Projekt des Meinungsforschungsunternehmens Whispers aus Bremen, welches mit der umfangreichen bundesweiten Testserie vom Hersteller der Produkte beauftragt wurde.
Wir, der Behindertenkreis Oebisfelde, wurden ausgewählt, bei diesem Produkttest mitzumachen und unsere Meinung hierzu abzugeben.
Bei diesem Test handelt es sich um Nahrungsprodukte für Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden.
Wir waren gerne bereit bei diesem Projekt mitzumachen.
Das Projekt hat den vielversprechenden Namen:
„Esspüree, einfach wieder essen können!“
Es handelt sich um eine Initiative zur Alltagsbewältigung von Kau- und Schluckbeschwerden.
In der Produktinformation findet sich folgender Text zum Projekt:
„Vielen Menschen fällt es schwer, Nahrung richtig zu kauen und zu schlucken. Oft wissen Betroffene nicht,das dies eine Vorstufe zur oder eine Krankheit selbst sein kann. Störungen des Schluckvorgangs werden als „Dysphagie“ bezeichnet. Häufig sind Dysphagien neurologisch bedingt, z.B. nach einem Schlaganfall oder bei Demenz…..“
Grund genug für uns bei diesem Projekt dabei zu sein.
Heute nun war es soweit, wie schon in der Presse angekündigt konnten wir die Produkte nun selbst verkosten.
Um es gleich vorweg zu nehmen, es hat uns allen sehr großen Spaß gemacht, wie man auf den Fotos sehen kann.
Zuerst ging es darum, die Produkte im gefrorenen Zustand zu begutachten, hierzu wurden uns durch unseren Leiter alle Produkte bereitgestellt.
Einigen von uns kam beim Anblick der Speisen zuerst der Gedanke nach Eis oder Pudding in den Kopf. Das liegt wohl auch in der besonderen Form in der die Speisen im gefrorenen Zustand vorliegen.

Zur Auswahl standen für uns:
Schweine-Geschnetzeltes „Züricher Art“
Rinder-Gulasch
Rinder-Roulade „Hausfrauen Art“
Hühnerfrikassee
Putensteak
Seelachsfilet mit Senfsauce

Als Beilagen konnten wir folgendes wählen:
Bratkartoffeln
Béchamel-Kartoffeln
Reis (Langkornreis)
Nudeln (Spaghetti)

Mit auf dem Programm standen belegte Brote, diese waren zuvor Essfertig aufgetaut, im Lieferzustand sind die Brote gefroren.
Hier gab es zur Auswahl:
Mildes Feinbrot mit einer rauchfeinen Streichmettwurst
Kräftiges Schwarzbrot mit feiner delikater Leberwurst
Kräftiges Schwarzbrot mit traditioneller Jagdwurst
Kräftiges Schwarzbrot mit würzigem Emmentaler
Mildes Feinbrot mit cremigen Camembert
Mildes Feinbrot, klassisch gebacken (unbelegt)
Kräftiges Schwarzbrot, deftig (unbelegt)

Nachdem wir uns die Produkte im gefrorenen Zustand angesehen hatten, ging es an die Zubereitung.
Man benötigt hierzu nicht mehr als eine Mikrowelle.
Eine Mikrowelle dürfte in fast jedem Haushalt vorhanden sein.
Laut Beschreibung fügt man etwa 1-2 Esslöffel Wasser hinzu und lässt die Speisen bei 560 Watt ca. 5 Minuten in der Mikrowelle garen.
Wichtig ist hierbei das Abdecken der Speisen, um das Aroma und die Saftigkeit der Speisen zu bewahren.
Nachdem wir nun alle unsere Menüs zusammengestellt hatten und diese in der Mikrowelle erwärmt waren, ging es an die Verkostung.
Vorweg sei schon gesagt, das bereits bei der Zubereitung ein sehr lecker Duft in der Küche herrschte. Hierfür gab es von allen die volle Punktzahl. Anders als beim konventionellen Kochen riecht es also nicht.

Es handelt sich bei den Produkten um „Esspüree“ also um sehr stark pürierte Mahlzeiten.
Für einige war es doch sehr „gewöhnungsbedürftig“.
Form, Farbe und Größe der einzelnen Menü-Komponenten blieben erhalten.
Der Geruch war jeweils sehr gut und auch so als hätte man das Essen in „normaler“ Form vor sich.
Beim Geschmack gab es im Grundsatz auch nichts zu bemängeln, nur unser Bernhard fand sein Menü etwas zu salzig. Alle anderen sagten übereinstimmend das es ihnen geschmeckt hat.
Auch die Brote wurden verkostet und entsprechenden Urteilen unterzogen.
Hier bekamen die Sorten mit dem Käse die eindeutig besten Noten,
die Sorten mit der Wurst waren allen einstimmig zu lasch im Geschmack.
Das Brot im pürierten Zustand brachte einige zum schmunzeln.
„Wackelte“ doch das Brot beim Anstupsen mit dem Messer wie „Wackelpudding“.
Nach dem Testessen wurden die Fragebögen zu den Menüs ausgefüllt und diese an das Unternehmen zur Auswertung zurückgeschickt.

Das Fazit für dieses Projekt ist von uns einstimmig gefällt worden.
Rita brachte es auf den Punkt: “ Es ist sehr wichtig, das sich die Lebensmittelindustrie auch einmal um die Menschen kümmert, die nicht wie wir normal Kauen und Schlucken können. Das Essen in den Mixer tun ist die eine Sache, es ansprechend zu servieren eine ganz andere.“
Unser Leiter ergänzte hierzu noch, das es wichtig ist, vielen Menschen mit den entsprechenden Produkten eine neue Lebensqualität zu geben und aufgrund der einfachen Zubereitung ihnen auch weiterhin ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen zu können. Die Zeiten der „Astronautennahrung“ und der Schnabeltassen sollte endlich vorbei sein.
Alles in allem ein gelungenes Projekt, welches weitergeführt werden sollte.
Vielleicht, so die Hoffnung aller, konnten wir dazu beitragen, das diese Produkte bald für alle Menschen auf dem Markt zu kaufen sind, denn bislang sind diese auf dem Markt noch nicht erhältlich.
Der Behindertenkreis Oebisfelde kann diese Produkte jedenfalls uneingeschränkt empfehlen.
Bilder gibt es unter: www.Behindertenkreis-Oebisfelde.de

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